Atem-, Sprech- und Stimmlehrer

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In der Stimmenschmiede werden neben Stimm- und Sprechtrainings auch logopädische Störungsbilder bei Jugendlichen und Erwachsenen behandelt. Und trotzdem sind wir keine Logopäden. Wir sind Atem-, Sprech- und Stimmlehrer, kurz ASSLn genannt.

Was ist ein Atem-, Sprech- und Stimmlehrer ?

Ein Atem-, Sprech- und Stimmlehrer sieht von außen wie ein Logopäde aus, ist aber keiner. Was uns mit den Logopäden verbindet, ist, dass wir auch auf kassenärztliche Verordnung oder auf ärztliches Rezept behandeln. In dieser Hinsicht sind wir und die Logopäden gleich.

Was unterscheidet den Logopäden von einem Atem-, Sprech- und Stimmlehrer ?

Die Atem-, Sprech- und Stimmlehrer sind Stimmexperten. Die Selbsterfahrung in Stimme, Sprechen und Gesang umfasst bei den Atem-, Sprech- und Stimmlehrern den gesamten Zeitraum ihrer Ausbildung. Der Logopäde wird meistens nur einige Wochen im Fach Stimmbehandlung unterrichtet.

Die ASSLn müssen alle Inhalte der Stimmbehandlung, des Stimmtrainings und der Stimmbildung, die Sie später an Ihre Schüler und Patienten vermitteln, selbst erfahren und üben. Zwar sind unter den Logopäden auch viele Sänger und Menschen, die gern sprechen. Allerdings haben Atem-, Sprech- und Stimmlehrer meistens Zweitausbildungen in den Bereichen Schauspiel, Theater, Gesang oder, wie in meinem Fall, Radio und Fernsehen.

Wie unterscheidet sich der Arbeitsansatz des Atem-, Sprech- und Stimmlehrers von dem eines Logopäden ?

Ein Logopäde arbeitet hauptsächlich symptomorientiert – das heißt, ein Logopäde arbeitet direkt an der Beeinträchtigung. Der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer arbeitet nach einem ganzheitlichen Ansatz: Er betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und arbeitet innerhalb der Wirkmechanismen von Atmung, Bewegung und Aufrichtung. Dieser systemische Ansatz ist ganz besonders an unserer Arbeit. Gleichzeitig werden alle Bereiche aus einem medizinischen Blickwinkel heraus betrachtet und auf dieser Grundlage behandelt.

Der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer verbindet anatomische, physiologische und pathologische Bedingungen des Patienten/ Klienten mit seinen individuellen psychosomatischen Voraussetzungen. Die bestehenden Wechselwirkungen zwischen Atmung, Stimme, Sprache und Bewegung werden gezielt genutzt.

Atem-, Sprech- und Stimmlehrer arbeiten mit Sängerinnen/ Sängern, Schauspielerinnen/-spielern an Musikhochschulen,  an Konservatorien, Schauspielschulen und Theatern, und schaffen Atem-, Sprech- und  stimmhygienische und phonetische Grundlagen.

Sie optimieren die individuellen Atem-, Sprech- und Stimmfunktionen von Lehrern, Call-Center-Agents, Erziehern und Menschen in sprechintensiven Berufen. Sie vermitteln eine differenzierte Gestaltungsfähigkeit innerhalb der Stimmfunktionen. Bei Instrumentalistinnen/ Instrumentalisten wird über die Schulung von Atem- und Körperbewusstsein die Bewegungsökonomie und damit die musikalische Ausdrucksfähigkeit gesteigert.

Insbesondere für das Lampenfiebertraining mit Musikern, Sportlern, Künstlern und Medienschaffenden, verfügen Atem-, Sprech- und Stimmlehrer über atemtechnische und medizinische Grundlagen, die sie für diese Arbeit spezialisiert.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

http://www.cjd-schlaffhorst-andersen.de/berufsbild/